Theologe oder Seemann? "Raus aus dem Hamsterrad ..."

Aktualisiert: 6. Apr 2019

Beziehungscoach oder Hochseeschein Coach? Was jetzt, Herr Winterhalter?


Zu Besuch im sagenumwobenen Atelier für Kommunikation und in der berühmten Nautischen Akademie

in Thal am Bodensee - beim Gründer und Inhaber, Christoph F.A. Winterhalter. Interview mit Manuela Olgiati, Journalistin.




MO: Sie sind katholischer Theologe und verheirateter Seelsorger. Dazu sind Sie zertifizierter GPI®COACH und der wohl anerkannteste Experte der internationa­len Seefahrt. Wie geht das zusammen?

CW: Jeder Mensch hat mehrere Fähigkeiten, mehrere Interessen und Leidenschaften. Ich lebe nur ganz offen mehrere von mir gleichzeitig. Das geht, wenn man nach- haltig gecoacht wird. Und sich bewusst wird, dass das Leben zu wertvoll ist, um es monoton und fremdbestimmt zu leben. Ich bin leidenschaftlicher Coach, Mediator und Seelsorger, aber auch faszinierter Seemann. Darum habe ich die erste Nautische Akademie der Schweiz gegründet und biete alles an, um ein verantwortungsvoller Hochsee Skipper oder Kapitän zu werden.


Endlich raus aus dem "Hamsterrad" ...

MO: Sie haben auch das über die Schweizer Grenzen hinaus bekannte HOZ Hochseezentrum und den Verein Schweizerische Seefahrtschule gegründet. Sie be­schäftigen fast 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wirken so entspannt. Wie ist das möglich?

CW: Für den Verein Schweizerische Seefahrtschule arbeiten 30 SeaLadies oder SeaMen. Die machen fast alles hoch motiviert. Das besondere an meiner Crew ist, dass alle Mitarbeiter hoch gebildet, sehr erfahren und oft Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft oder Politik sind. Sie wurden von mir ausgebildet und motiviert, aus dem «Hamsterrad» der Alltagszwänge auszusteigen. So bin ich dann höchstens noch der Kopf, manchmal das Herz und hin und wieder die Faust der Unternehmung.


MO: Sie behaupten also, das Besondere an Ihnen ist Ihre Crew? CW: Natürlich! Selber muss ich sehr auf meine Gesundheit achten und so suchte ich einen Weg, all meine Interessen wirklich zu leben. Im Atelier für Kommunikation besuchen mich Menschen in Verantwortung. Diese wünschen ein Gespräch auf Augenhöhe, sie sprechen über Privates oder Berufliches. Im Laufe der Jahre wurden es immer mehr Segler oder Motorboot-Fahrer. Plötzlich hatte der Verein eine Crew von selbständigen Unternehmern, Professoren, Ärzten, Managern und Politikern.


Wir bewundern "Einsteigerhelden", keine Aussteigertypen"!

MO: Das ist ja faszinierend. Ihre Crews sind gar keine Angestellten? CW: Für den Bereich der Seefahrt formal schon, meistens in Teilzeit. Im Herzen sind sie jedoch gebildete Persönlichkeiten, die nicht mehr das Konto maximieren müssen oder wollen, sondern die Lebensqualität zu optimieren suchen. Sie sind keine «Aussteigertypen», sondern «Einsteigerhelden». Dazu nehmen sie sich die Zeit, ihr Leben so zu gestalten, dass «Tiefenentspannung» aktiv möglich wird. Sie vertagen die Realisierung ih- rer Wünsche nicht in den Ruhestand und überzeugen ihre Familien dazu, dasselbe zu tun. So habe ich in den Hochseeschein Coaching-Kursen mehrere «Väter und Söhne», «beste Freundinnen», «Ehepaare» oder «Businesspartner».

MO: Ein Wort noch zum «Atelier». Was ist das? CW: Wie gesagt, ich bin nicht nur Seemann. Aus gesundheitlichen Gründen bin ich eigentlich nur noch der «Karl May» der Seefahrt. Aber die Menschen vertrauen sich mir im Gespräch an. Diskret und fachlich kompe- tent werden sie in meiner Praxis ein Stück weit begleitet, Entscheidungen zu treffen, Traurigkeit zu überwinden, Schicksalhaftes zu ertragen und die Freude am Leben wieder zu entdecken. Im Atelier für Kommunikation habe ich einen Ort gefunden, der wirklich besonders ist. Eine Oase der persönlichen Bildung (Akademie) und des persönlichen Gesprächs (Kommunikation).





MO: Aus reiner Neugier: Wie stehen Sie zur Digitalisierung, wo sehen Sie Chancen und Risiken? CW: Ich habe meine Master Arbeit an der Universität Fribourg auf der Schreibmaschine gemacht. Heute diktiere ich meine Predigten, wie auch Betriebsanweisungen im Auto oder am Laptop. Die Termine werden mit Hilfe des Online-Terminplaners vom Kunden selbst gesetzt. Unsere Schnittstelle Shop – Buchhaltung wird entwickelt. Die Webseiten werden programmiert, Anwendungen digital optimiert. Das verschafft uns mehr Zeit. Zeit für Gespräche, für Bildungsangebote im «Hauslehrer- Modus». Persönlich, direkt, in Ruhe und ganz bei sich. Ich lese Online-Zeitungen und Bücher. Sie riechen noch, teilweise etwas modrig, sind aber authentisch und griffig. Ich will nicht mehr in die Vergangenheit zurück, sondern mit der Vergangenheit in die Zukunft.


MO: Herr Winterhalter, danke für das Gespräch.




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